Dienstag, 22. August 2017

Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill


Autor: Derek Landy
Verlag: Loewe
Seiten: 446
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
weitere Bücher des Autors: 
Die Skulduggery-Pleasant-Reihe (Der Gentleman mit der Feuerhand, Das Groteskerium kehrt zurück, Die Diablerie bittet zum Sterben, Sabotage im Sanktuarium, Rebellion der Restanten, Passage der Totenbeschwörer, Duell der Dimensionen, Tanith Low - Die ruchlosen Sieben, Die Rückkehr der Toten Männer, Das Sterben des Lichts, Apokalypse, Wow! 13 ultimative Storys), Die Demon-Road-Reihe (Hölle und Highway, Höllennnacht in Desolation Hill)





Klappentext


Wenn ihr glaubt, Dämonen könne man nicht reinlegen, dann solltet ihr euch mal mit Amber unterhalten!

Desolation Hill ist nur scheinbar ein friedliches Städtchen. Jedes Jahr findet hier ein großes Festival statt. Alle Fremden müssen die Stadt verlassen und die Kinder werden in Panikräumen eingeschlossen. Nur die Erwachsenen wissen genau, was in der Höllennacht passiert. Und sie können schon gar nicht erwarten, dass es endlich losgeht.
Als kurz vor der Dämmerung ein kleiner Junge verschwindet, ist Amber Lamont eines klar: Hier hat mal wieder jemand einen Pakt mit Dämonen geschlossen und eine unschuldige Seele muss geopfert werden. Aber da schaut Amber nicht lange zu!

Meine Meinung


Zur Buchgestaltung
Ich glaube, das Cover von "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" ist mal wieder eins, das einfach total passend designt wurde. Im Vordergrund ist Amber in ihrer Dämonengestalt zu sehen - die ich mir deswegen auch gleich viel besser vorstellen kann - und im Hintergrund ein Geschäft und drei Gestalten, die man wahrscheinlich Desolation Hill, dem hauptsächlichen Schauplatz der Geschichte, zuordnen kann. Die Farben finde ich dazu super, alles hat einen bläulichen Schimmer und ist allgemein eher dunkel, was nicht nur zum düsteren Inhalt passt, sondern auch zu der Nacht, die eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt. Das Cover wurde also wirklich sorgfältig gestaltet.

Zum Buch
Für mich war ja klar, dass ich den zweiten Teil der "Demon Road"-Reihe von Derek Landy lesen musste, der Autor ist einfach genial. Und auch wenn mich Teil 1 nicht gaaanz so umgehauen hat wie die "Skulduggery Pleasant"-Saga, fand ich ihn auf jeden Fall lesenswert und hab mich darauf gefreut. Deswegen hab ich das Buch dann auch mit nach Kroatien genommen, um dort ein paar Seiten zu vernichten. Was ich dort auch fast ganz geschafft habe 😄
Allerdings schafft "Demon Road" es meiner Meinung nach einfach nicht, an den Reihenvorgänger "Skulduggery Pleasant" heranzukommen. Ich mag die Geschichte und die Charaktere und der Schreibstil ist natürlich einfach nur toll, aber trotzdem, es reicht nicht daran heran.
Die Geschichte fängt sofort an, man ist gleich auf der ersten Seite mittendrin in Ambers und Milos Flucht vor den Höllenhunden, die der Leuchtende Dämon hinter den beiden hergeschickt hat. Und dann geht es weiter nach Desolation Hill, der Stadt, von der sich die beiden erhoffen, dort Zuflucht vor den Höllenhunden zu finden. Natürlich läuft auch das nicht ganz nach Plan und so reiht sich ein Ereignis ans nächste und ein Problem folgt dem nächsten. Mir war das zwischendurch zu hektisch. Der Plot geschieht in weniger als einer Woche und darin verpackt Landy so viel, dass man als Leser eigentlich gar nicht zur Ruhe kommen kann. Wo andere Bücher zäh sind und sich strecken, passiert hier umso mehr und das war mir eben ein bisschen zu viel. Im zweiten Teil hat nun auch eine kleine Liebesgeschichte seine Anfänge genommen, die mich erstmal ein wenig überrascht hat, die ich aber sehr süß finde und von der ich wissen möchte, wie sie sich in Band 3 weiterentwickeln wird.
Worauf mir zu wenig eingegangen wurde, war einmal Glen. Bis er im Vorgängerbuch in einen Vampir verwandelt wurde, war er ein ziemlich wichtiger Charakter und ich dachte, dass er in "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" mehr Erwähnung findet, nachdem er am Ende von Teil 1 nochmal erwähnt wurde. Ein paar wenige Male taucht er auch auf, aber nur so am Rande und ich hatte einfach gehofft, mehr über diese Entwicklung zu erfahren. Und etwas anderes, das mir gefehlt hat, war Milos dämonische Vergangenheit. hier gibt es zwar ein paar Andeutungen, aber so richtig erfährt man dann doch nichts und das hat mich ein bisschen in den Wahnsinn getrieben. Aber ich denke, dass Milos Vergangenheit dann im nächsten Buch mehr Raum findet und ausführlicher erklärt wird. Hoffe ich zumindest... Ein wenig enttäuscht bin ich auch deswegen, weil mir in "Demon Road" ein wenig die Schocker und gemeinen Plot Twists fehlen. "Skulduggery Pleasant" war so unglaublich raffiniert und komplex, ich schätze, hier fehlt mir ein bisschen was von dieser Raffinesse.
Am Schreibstil kann ich, wie schon erwähnt, nichts aussetzen. Er ist so typisch Landy mit den interessanten Beschreibungen, den schnellen Dialogen und der großen (!!) Prise Humor, dass man sich einfach direkt damit wohlfühlt und sich das Buch super lesen lässt. Auch, dass es verschiedene Sichtweise gibt, fand ich passend. Man erfährt nicht nur, was Amber denkt, sondern auch aus der Perspektive eines alten Mannes, der in Desolation Hill lebt, und einer jungen Frau, die mit einer kleinen Truppe in die Stadt reist, um dort ein Verbrechen aufzuklären. Es ist wirklich ganz schön, die Ereignisse nicht nur aus der Sicht von jemandem zu sehen, der sich jederzeit in einen mächtigen Dämon verwandeln kann, sondern auch mal aus den Augen von 'normalen' Menschen.
Die sorgen auch als neu eingeführte Charaktere für frischen Wind. Denn während man im ersten Band eigentlich nur Amber und Milo als Hauptcharaktere hatte und dazu ein paar wechselnde Nebenfiguren, hat man hier ein festes Setting mit festen Personen, die man gut kennenlernen kann. Und ich fand diese Neuen auch größtenteils total interessant und vor allem sympathisch. Was schonmal sehr gut war, denn Amber hat nicht mehr ganz so viele sympathische Momente. Zwar finde ich ihre Figur super und besonders den Wechsel zwischen der Menschen-Amber und der Dämonen-Amber richtig interessant, auch wie sich ihr Dämonen-Ich immer mehr auf ihre menschliche Seite auswirkt, aber dadurch wird sie eben nicht unbedingt sympathischer. Deswegen ist es ganz nett, auch mal 'normale' Charaktere vor sich zu haben. Denn Milo ist - auch wenn er wirklich cool ist - ganz sicher nicht normal!
Trotz dass ich sie nicht immer sonderlich mochte, fand ich Amber aber den besten Charakter in dem Roman, einfach auch wegen der Entwicklung, die sie durchmacht. Es ist einfach so spannend zu verfolgen, wie sie sich verändert, je öfter sie in ihrer Dämonengestalt ist, wie sie ihre 'normale' Seite fast schon verabscheut und die dämonische quasi vergöttert. Dahingehend bin ich wirklich gespannt, wie sich das noch weiterentwickelt, denn Amber scheint so, wie es gerade aussieht, einen guten Drall auf die 'falsche' Seite zu haben.

Mein Fazit


Das Buch hatte es wirklich schwer. Nachdem Derek Landy eine meiner absoluten Lieblingsreihen geschrieben hat, hatte ich einfach viel zu hohe Ansprüche an diese neue Trilogie und der zweite Teil hat mir noch ein klein wenig weniger gefallen als der erste. Was sich jetzt irgendwie schlimmer anhört, als es ist. Denn eigentlich ist der Roman ja trotzdem noch ziemlich gut. Mir war er nur ein Ticken zu rasant, was sich meiner Meinung nach negativ auf die Komplexität auswirkt. Auch auf die Charaktere hätte etwas mehr eingegangen werden können. Doch vor allem Ambers Persönlichkeit und ihre Entwicklung hat mich wirklich überzeugt. Genauso wie der Schreibstil. Alles in allem bekommt "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" von mir 3,5 von 5 Sternen.
Außerdem konnte ich zwei Aufgaben meiner Jahreschallenges erfüllen. Für die Vier-Jahreszeiten-Challenge habe ich somit die Aufgabe geschafft, ein Buch zu lesen, das nicht in Deutschland spielt. Und da ich den Roman größtenteils beim Campen in Kroatien gelesen habe, habe ich auch die Aufgabe der ABC-Lesechallenge geschafft, ein Buch überwiegens im Freien zu lesen 😄

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