Dienstag, 1. August 2017

Mein Lesemonat Juli




Die Tochter des Seidenhändlers

Das erste Buch, das ich im Monat Juli fertig bekommen habe, war "Die Tochter des Seidenhändlers", das ich im Zuge einer Leserunde gelesen habe. Ich dachte eigentlich, in dem Historienroman eine interessante Geschichte gefunden zu haben, jedoch hat mich das Schicksal von Nicole und Co. dann ziemlich kalt gelassen. Die Idee der jungen Frau, die im Vietnam der 1950er Jahre lebt und zwischen der französischen und der vietnamesischen Kultur hin und her gerissen wird, finde ich super spannend. Und auch das Setting Vietnam war für mich deswegen besonders interessant, da ich bisher nicht sooo viel über das Land wusste. Hier hat nämlich nicht nur die vietnamesische Kultur Platz gefunden, auch wurde alles sehr schön beschrieben.
Doch ansonsten konnte mich das Buch einfach nicht packen. Die Handlung wird zum Ende hin immer abstruser und wirkt zu gestellt, der Schreibstil bringt die Emotionen quasi null rüber und besonders die Protagonistin handelt nicht nachvollziehbar. Für mich war der Roman also leider nur sehr durchschnittlich.

Stadt der Intrigen

Über ein "ist interessant" kommt dieser Thriller bei mir leider nicht hinaus. Ich mochte den Schreibstil, die Handlung war spannend und die Charaktere waren mir sympathisch, aber es gab einfach nichts Besonderes, das mich begeistern hätte können. Außerdem finde ich, dass manche Dinge im Buch nicht genug Raum bekommen, zum Beispiel das besondere Talent der Protagonistin oder die Beweggründe der Täter. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Aber allgemein ist "Stadt der Intrigen" ein solider Thriller, den man lesen kann, ihn aber nicht gelesen haben muss.

Das Mädchen im Dunkeln

So ähnlich erging es mir mit dem dritten Buch im Juli. Das wirkte auf mich zu sehr nach dem typischen Thriller-Konzept geschrieben, falls es so etwas geben sollte. Es war spannend und interessant, mit dem ein oder anderen Plot-Twist, mir jedoch zu lehrbuch-mäßig. Die Hauptcharaktere Karen, Bea und Eleanor, aus deren Sicht das Buch außerdem geschrieben ist, waren mir zu stereotypisch und haben so weder dafür gesorgt, dass ich sie besonders sympathisch oder interessant fand. Was mir allerdings gefallen hat, waren die verschiedenen Sichtweisen. Beziehungsweise, dass es diese Sichtweisen gab, die einem die Szenen aus mehreren Perspektiven dargestellt haben, und auch die Zwischensequenzen der Therapiesitzungen, die immer mal wieder vorkommen und die meiner Meinung nach an interessantesten waren. Aber sonst? Leider nichts, was das Buch absolut lesenswert machen würde.

Fangirl

Das nächste Buch, das ich im letzten Monat gelesen habe, war auf jeden Fall eine ziemliche Verbesserung zu denen davor. Endlich hat mich das Gelesene wieder mitfiebern lassen und bei mir auch für Emotionen gesorgt! "Fangirl" ist die wirklich süße Geschichte von Cath, die gerade ihr College anfängt und dabei so einige Schwierigkeiten hat. Dass ihre Zwillingsschwester, die zwar auf das gleiche College geht wie sie, sich immer weiter von ihr entfernt oder dass sie eigentlich nicht wirklich große Lust hat, neue Leute kennenzulernen.
Ich fand die Geschichte sehr putzig und auch authentisch erzählt. Es gab zwar Dramen, aber keine allzu großen, alle waren vorstellbar. Der Schreibstil war einfach schön zu lesen. Und die Charaktere einfach liebenswert und zwar (fast) durch die Bank weg. Außerdem mochte ich die Liebesgeschichte, die sich hier im Roman entwickelt. Und das Thema Fanfiction natürlich auch 😊

Was auch immer geschieht

Von dem nächsten Buch war ich leider etwas enttäuscht. Denn nachdem ich schon ein Buch von Bianca Iosivoni gelesen hatte und es ganz gut fand, dachte ich, auch "Was auch immer geschieht" würde meine mittelmäßig hohen Erwartungen erfüllen. Aber leider konnte mich der New Adult Roman wirklich nicht überzeugen. Die beiden Hauptcharaktere Callie und Keith waren mir nicht besonders sympathisch, die restlichen Figuren kamen nur am Rande vor, die Geschichte war nicht nur vorhersehbar, was bei dem Genre für mich ja nicht mal schlimm ist, aber dazu noch eher uninteressant in der Hinführung zum Ende, und der Schreibstil ließ sich zwar gut lesen, aber hatte erstens zu viele Wiederholungen und zweitens hat er mich nicht gepackt. Ich weiß wirklich nicht, was da los ist. Liegt es vielleicht an mir? Ich dachte wirklich, dass mir das Buch gut gefallen könnte, aber für mich war es dann eher ein nicht ganz so gutes mittelmäßiges Buch.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

Und den Abschluss im Juli machte "Targa - Der Moment, bevor du stirbst", das ich erst gestern fertig gelesen habe. Und das mich auch wieder nicht so ganz von sich überzeugen konnte. Klar, es war nicht schlecht, vor allem die Kapitel aus Sicht des "Bösen" fand ich interessant, aber mir hat da einfach was gefehlt. Vor allem war mir aber auch Targas Sichweise zu naiv, ihre ganze Person eigentlich. Etwas, das ich bei einer Dreißigjährigen wirklich seltsam fand. Außerdem waren die Charaktere bis auf Targa und Sandman eher weniger greifbar. Ich glaube der Roman ist der Auftakt zu einer Reihe rund um Targa, aber wenn das so ist, bin ich mir nicht sicher, ob ich die Folgebände lesen werde.


Fazit

Ich hatte ja nicht erwartet, im Juli so viel zum Lesen zu kommen und bin ehrlich überrascht, als ich jetzt gesehen habe, dass es doch 2513 Seiten in 6 Büchern geworden sind. Gar nicht mal so schlecht dafür, dass der Monat mich mit lauter Unizeugs ziemlich auf Trab gehalten hat. Diesmal habe ich nicht ganz so querbeet gelesen, wie ich es vielleicht gewollt hätte, die Hälfte meines Lesemonats sind Thriller. Und ansonsten habe ich ein Historiendrama beziehungsweise eine historische Liebesgeschichte, eine Jugendromanze und einmal New Adult gelesen. Also genremäßig wirklich nicht so verteilt wie sonst. 
Ebenfalls ein bisschen ernüchtert bin ich darüber, wie die Bücher allgemein waren. Der Großteil war sehr mittelmäßig, ohne den besonderen Touch, der mich überzeugt hätte. Das einzige Buch, das heraussticht, ist "Fangirl". Der Jugendroman ist eindeutig das Highlight diesen Monats. Die größte Enttäuschung hingegen war "Was auch immer geschieht", nicht unbedingt, weil es schlecht war, sondern weil meine Erwartungen höher waren und mich das Buch doch ziemlich genervt hat. 

Für den August habe ich auch schon wieder ein paar Bücher eingeplant, die ich auf jeden Fall lesen möchte. Zunächst "muss" ich noch ein Rezensionsexemplar fertig lesen, "Kieselsommer", und dann werde ich "PS: ich mag dich" und "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" anfangen, zwei Bücher, die ich mir im letzten Monat unbedingt habe kaufen müssen und auf die ich nun wirklich gespannt bin. Ansonsten habe ich allerdings noch keine Pläne gemacht, was ich lesen werde, das wird spontan entschieden 😄

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen